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8 Workshop Methoden zur Wissensvermittlung und Kreativitätsentfaltung

Workshop Methoden

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8 Workshop Methoden zur Wissensvermittlung und Kreativitätsentfaltung

Einleitung

Workshops sind in vielen Bereichen weit verbreitet – aber wissen Sie auch, wie genau Workshop Methoden funktionieren? Welche Unterschiede gibt es und welcher Workshop eignet sich für welchen Anlass? Fortbildungen, Konferenzen, Podiumsdiskussionen und Innovationsmanagement fördern die Weitergabe von Wissen in Unternehmen. Workshops mit der passenden Methodik eignen sich hervorragend zur Wissensvermittlung und zur Generierung von innovativen Ideen in einer kreativen Atmosphäre. Die Erfahrung zeigt, der perfekte Workshop involviert alle Teilnehmer gleichermaßen, sodass jeder am Ende einen Mehrwert hat. Die vielfältigen Workshop Methoden sind mehr oder weniger interaktiv und eignen sich für verschieden große Gruppen.

Was macht einen guten Workshop aus?

Eine Ideallösung für einen Workshop gibt es nicht, jedoch ist es immer von Vorteil, die Teilnehmer kognitiv zu aktivieren. Hilfreich beim Aufbau von Workshops ist es, die Instruktionen für die Teilnehmer einfach zu halten. Viele Workshops laufen in mehreren Runden ab, die einen direkten Abgleich der Ergebnisse ermöglichen. Die Aktivierung der Teilnehmer erfolgt entweder durch aktive Bewegung im Raum oder durch Rollenspiele. Fragestellungen können dabei als Ganzes oder in Teilen bearbeitet werden. Weiterhin eröffnen die verschiedenen Workshop Methoden den Teilnehmern die Möglichkeit, gestellte Fragen und offene Themenkomplexe zu adressieren. Die folgenden Workshop Methoden decken bereits viele Einsatzgebiete ab.

Workshop Methoden gezielt einsetzen

Wie finde ich den richtigen Workshop und durch welche Workshop Methoden können Kreativitätstechniken zielführend eingesetzt und Ideen generiert werden? Im Folgenden lernen Sie 8 Workshop Methoden kennen. Jeder Ansatz ist für verschiedene Ziele geeignet – sowohl für große als auch für kleine Gruppen, für festgelegte oder offene Fragestellungen.

Workshop Methoden in der Übersicht

Alle 8 vorgestellten Workshop Methoden in einem übersichtlichen Vergleich

1. Die 6 Hüte

Die Methode der 6 Hüte eignet sich für Gruppen von 15–20 Teilnehmern mit einer fest vorgegebenen Fragestellung. Es handelt sich um ein Rollenspiel mit Gruppendiskussion, die in mindestens einer Runde erfolgt. Alle Teilnehmer haben eine fest zugeordnete Rolle, die durch die Hüte oder auch farbige Armbänder repräsentiert wird. Sie sind dadurch gezwungen, eine bestimmte Denkweise einzunehmen, manchmal gar sich in eine Perspektive hineinzuversetzen, die ihnen fremd ist. Die Rollen sind: Weiß (analytisches Denken), Rot (emotionales Denken), Schwarz (kritisches Denken), Gelb (Optimismus), Grün (Kreativität), Blau: (Vogelperspektive auf die Gruppe).
 

Ablauf:
Es erfolgt eine offene Diskussion, bei der sich die Teilnehmer in den zugeordneten Rollen befinden. Die Rollen können im Laufe des Gesprächs getauscht werden. Alle Rollen außer die blaue können doppelt vergeben werden. Man kann die Gruppe bei einer zu hohen Anzahl an Teilnehmern in kleinere Gruppen aufteilen. Der blaue Hut kann die Rolle des Moderators einnehmen und den Verlauf des Gesprächs moderieren.

Ergebnis:
Die Rollenverteilung ermöglicht das Aufzeigen von Aspekten der Fragestellung aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Tausch der Rollen innerhalb des Teams ermöglicht zudem, dass die Teilnehmer sich besser in andere hineinversetzen können und Gegenpositionen verstehen. Die Ergebnisse werden durch den Träger des blauen Huts dokumentiert.

Eignung:
Die Methode ist für jede Art von Fragestellungen geeignet. Gerade bei einer sensiblen Thematik ist es möglich, das Gesicht zu wahren und die eigene Argumentation in die Hut-Rolle zu übertragen.

2. World Café

Die Workshop Methode World Café zeichnet sich durch ein streng vorgegebenes Thema aus. Sie eignet sich für 15–20 Teilnehmer.
 

Ablauf:

Die Teilnehmer teilen sich in kleine Teams von maximal fünf Personen auf und diskutieren ein vorgegebenes Thema, als wenn sie in einem Café an einem Tisch sitzen würden. Die Ergebnisse halten sie per Hand auf ihrer Tischdecke fest. Die Tischdecken bestehen aus einem beschreibbaren Material, das man leicht mit bereitgestellten Stiften beschreiben kann. Die Diskussion der Ergebnisse erfolgt in mindestens drei Runden à 20 Minuten, indem alle außer einem Teilnehmer jeweils einen Tisch weiterwandern. So bleibt immer eine Person als Experte am Tisch und sorgt dafür, dass sich die Diskussion weiterentwickelt.
 

Ergebnis:

Das am Ende präsentierte Ergebnis sind die auf der Tischdecke festgehaltenen Notizen. Die eher lockere Arbeitsatmosphäre begünstigt innovative Ideen. Das World Café wird am Ende mit einer Reflexionsphase abgeschlossen, bei der die Experten der jeweiligen Tische die Ergebnisse im Plenum vorstellen.
 

Eignung:

Eine kreative Lösungsfindung für Probleme aller Art. Die lockere Atmosphäre wirkt positiv auf die Kreativität der Teilnehmer und fühlt sich weniger wie Arbeit an.

3. Open Space

Die Open-Space-Methode ist eine Methode für 50–2.000 Teilnehmer und eine einzelne, richtungsweisende Frage.
 

Ablauf:

Eine grob vorab formulierte Leitfrage bestimmt die Diskussion. Je nach Anzahl der Teilnehmer existieren Arbeitsgruppen verschiedener Größe. Jede Arbeitsgruppe fokussiert das Thema aus einem anderen Blickwinkel und stellt nachfolgend die Ergebnisse in der Diskussion vor.
 

Ergebnis:

Die Ergebnisse werden durch die Teilnehmer selbst in ihren Gruppen dokumentiert. Die Ergebnisse können auf Zetteln an Wänden festgehalten werden, damit sie auch noch nach ihrer Präsentation für alle Teilnehmer zur Verfügung stehen.
 

Eignung:

Diese Methode liefert kreative Lösungsvorschläge in kurzer Zeit und eignet sich für Workshops mit vielen Teilnehmern. Die Methode ist jedoch wenig spielerisch.

4. Fishbowl

Bei der Fishbowl-Methode erfolgen kleine Podiumsdiskussionen zu einem gewählten Thema in Gruppen von mindestens zehn Teilnehmern. Die Diskussion dauert rund eine halbe Stunde.
 

Ablauf:

Ein Sitzkreis aus drei bis fünf Personen bildet das Podium für die Diskussion. Alle anderen Teilnehmer sitzen um den Kreis herum und folgen der Diskussion. Im Podium befindet sich ein freier Stuhl. Der freie Stuhl wird immer dann durch eine Person aus dem äußeren Kreis gefüllt, wenn jemand an der Diskussion im Podium teilnehmen möchte. Die Plätze im inneren Kreis können ausgetauscht werden, sodass die Diskussion immer neue Impulse bekommt. Alle Sprecher dürfen den Kreis verlassen, wenn ihre Anliegen in der Diskussion geklärt sind. Es gibt keine feste Regel darüber, wann die Plätze getauscht werden. Dies entscheiden die Teilnehmer während der Diskussion selbst.
 

Ergebnis:

Diskussion eines Themas und Lösungsfindung unter verschiedenen Aspekten.
 

Eignung:

Themen, zu denen viele verschiedene Meinungen existieren.

5. Informationsparcours/Marktplatz

Bei dem Informationsparcours oder Marktplatz handelt es sich um eine Ausstellung der verschiedenen Fragestellungen für größere Gruppen. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Konferenz erfolgen.Die Diskussionsrunden der Konferenz werden auf großen Plakaten visualisiert, die die Teilnehmer vorab anfertigen und ausstellen.
 

Ablauf:

Zu einem festgelegten Zeitpunkt befinden sich die Referenten an ihren Plakaten und geben den Teilnehmern Auskunft über ihr Thema und ihre Fragestellungen.
 

Ergebnis:

Ein Überblick über Konferenzthemen erfolgt. Die Atmosphäre der Konferenz wird gelockert, wenn man beispielsweise die Kaffeepause für die Marktplatzrunde nutzt. Den Teilnehmern fällt es leichter, sich themenübergreifend aber auch zwischenmenschlich miteinander auszutauschen und sich ein Netzwerk aufzubauen.
 

Eignung:

Der Marktplatz eignet sich zur zusätzlichen Wissensvermittlung in Ergänzung zu Vorträgen und zum gleichzeitigen persönlichen Austausch der Teilnehmer.

6. Lego Serious Play

Das Lego Serious Play hat zum Ziel, eine optimale Lösung für eine vorgegebene Fragestellung zu finden. Die Anzahl der Teilnehmer liegt bei maximal zwölf Personen und einer moderierenden Person. Bei dieser Methode wird das Denken oder Schreiben durch das aktive Bauen von Modellen zu festen Themen ergänzt. Die Arbeit am Thema wird um eine spielerische Komponente ergänzt und kann dadurch die Kreativität unter den Teilnehmern steigern.
 

Ablauf:

Die Teilnehmer bauen Modellvorschläge mit Lego-Steinen als Antwort auf die gegebene Fragestellung. Die moderierende Person leitet die nachfolgende Diskussion der Modellvorschläge an. Die Anzahl der Diskussionsrunden ist flexibel. Je nach Komplexität der Aufgaben können auch Teilaspekte gebaut und später kombiniert werden. Lösungsansätze und Beispiele können übersichtlich dargestellt und haptisch erfahrbar gemacht werden.
 

Ergebnis:

Modellhafte, greifbare, dreidimensionale Lösung für ein Problem. Zielgerichtete Arbeit am konkreten Beispiel.
 

Eignung:

Die Methode eignet sich für alle Fragestellungen, die etwas mit dem Thema Bauen oder Human Resource Management zu tun haben. Ideen und Lösungsansätze können quasi spielerisch kreiert werden.

7. Flüstergruppen

Die Methode der Flüstergruppen eignet sich für kurze Diskussionen von Impulsfragen oder Teilproblemen in Kleingruppen von zwei bis drei Personen aus allen Workshop Teilnehmern. Die Anweisung ist hierbei, sich andere Teilnehmer des Workshops zu suchen, mit denen bisher noch wenig Kontakt bestand.
 

Ablauf:

Diskussion der Fragestellung innerhalb von vier Minuten und anschließendes Vorstellen im Plenum.
 

Ergebnis:

Die Identifizierung neuer Aspekte unter Teilnehmern mit wenig Kontakt begünstigt ein höheres Maß an Kommunikation innerhalb der Gruppe und führt zu neuen Aspekten.
 

Eignung:

Diese Methode belebt Podiumsdiskussionen und trägt zum Ordnen der eigenen Gedanken bei.

8. Stationengespräche

Bei der Workshop Methode Stationengespräche diskutieren die Teilnehmer einzelne Fragestellungen in kleinen Gruppen an verschiedenen Stationen im Raum.
 

Ablauf:

Die Teilnehmer begeben sich zu einer Station mit vorab im Raum aufgebauten Flipcharts, auf denen sich impulsgebende Fragen befinden und notieren ihre Ergebnisse auf den Flipcharts. Die Diskussion pro Station dauert fünf Minuten lang, danach gehen die Teilnehmer zur nächsten Station. Bei jeder Rotation kommen neue Ergebnisse hinzu und die Diskussion wird so erweitert.
 

Ergebnis:

Die Teilnehmer bearbeiten eine Vielzahl von Fragestellungen gleichzeitig. Ideen und Ansätze können übertragen oder verknüpft werden.
 

Eignung:

Durch das stetige Wechseln bleiben die Teilnehmer geistig wach. Dadurch eignet sich die Methode dazu, Workshop Teilnehmer nach einer Pause wieder aktiv in das Thema einzugliedern. Vor allem für die Auswertung von Vorträgen eignet sich diese Methode hervorragend.

Fazit zu Workshop Methoden

Es existieren verschiedene Workshop Methoden, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmer und auf die Fragestellungen angepasst werden können. Wenn das Thema sehr komplex ist, empfiehlt es sich, dieses herunterzubrechen. Allgemein empfiehlt es sich immer, die Kreativität der Teilnehmer spielerisch zu steigern. Durch eine aufgelockerte Atmosphäre wie Begegnungssituationen in der Kaffeepause oder durch Rollenspiele steigert sich die Kommunikationslust der beteiligten Personen. Dies führt zu einer drastischen Erhöhung des Outputs. Der gezielte Einsatz von Workshop Methoden trägt daher zur Leistungssteigerung im innovativen Umfeld und zur Vernetzung auf Konferenzen bei. 

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